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Gedichte 1989-2006

Autor: Kai Pohl

Artikel: Buch
Preis: 8,50 €
Seiten: 80
Mit einem Nachwort von Bert Papenfuß
ISBN: 978-3-937846-04-0

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Auszug aus dem Nachwort von Bert Papenfuß:

Kai Pohl ist ein Massendichter und ein Essenzler, der sich durch den süßen Brei der Sprache frißt; alle paar Erfahrungen kurz innehält und Inhalt herstellt. Aus dem Serientäter wäre ein Maschinenliterator geworden, wenn er nicht wüßte, wie man die Lyrikmühle anhält und den wahren Sampo drechselt – bevor die Massen auf die Straßen strömen, oder wenigstens währenddessen. Und die Ware durch das Wahre ersetzen, das schwer zu destillieren ist. Das »Öffnen + Schießen« ist kein Vorschlag zur Güte, sondern Selbstbehauptung eines Gebeutelten auf Beutezug, der die aquatische Grundsensibilität wahrt und anarchische Skepsis pflegt. Ab und zu fliegt er auf die Fresse. Weniger ist nicht drin. Pohl ist von Diesem und Jenem beeinflußt, und erklärt Dieses als Jenes. Warum politisch, wenn es auch persönlich geht – in Zeiten des Regresses natürlich auch umgekehrt.

 



»Diese Texte machen einen enormen Zitatenschatz auf technisch bislang beispiellose Weise verfügbar: Wörter, Wortreihen, Sätze – direkt von Ergebnisseiten oder weiterverfolgt, mittels Cut-up, Montage und Transformation aus einigen hundert, tausend oder millionen Resultaten destilliert, bilden ihre Essenz. Die Basis solchen »Schreibens« sind gerade nicht literarisch formierte Werte, es ist sprachlicher Müll, welcher, unbedarft und in maßloser Quantität abgesondert, sicheres Zeichen eines wahrhaft babylonischen Tastenschlages ist, der den Orkus des Hypertextes speist; Verdichtung, nicht Dichtung, heißt die Methode; ein Versuch, den Zungenschlag der Zeit im Medium des Zeitgeistes zu treffen; ein Zungenkuß, der im semantischen Abschaum wildert.«

Kai Pohl zu den Texten, die überwiegend aus Material bestehen, das dem verbalen Reservoir der suchmotorisch erschlossenen Bereiche des World Wide Web entnommen sind.



Auszug aus dem Buch:
elektrosyntaktik 3.3.16sonnenüberstrahltes fenster dichter vorhang aus lichtclick not yet to continue die nackte angst der avantgardewörter fallen just in time      in sensitive sicherungssysteme einkampfmaschinen im anflug haben eine gewisse ästhetik 3.7.29... weiterlesen



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